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Quelle : http://www.novafeel.de/ernaehrung/binge-eating-stoerung.htm

Was ist eine "Binge-Eating-Störung"?

"To binge" kommt aus dem Amerikanischen und heißt übersetzt "ein Fressgelage abhalten". Für die Bezeichnung "Binge-Eating-Störung" gibt es zurzeit noch keine offizielle deutsche Übersetzung.

Das wesentliche Kennzeichen der Binge-Eating-Störung ist das wiederholte Auftreten von Heißhungerattacken bzw. "Fressanfällen" ohne regelmäßig angewandte Maßnahmen, die einer Gewichtszunahme entgegen wirken sollen. Darin unterscheidet sich die Binge-Eating-Störung von der Bulimie. Häufig leiden die Betroffenen auch an Übergewicht (BMI 25–30) oder Adipositas (BMI > 30).

Von einem "Fressanfall" spricht man:

  • wenn in einem begrenzten Zeitraum eine Nahrungsmenge gegessen wird, die wesentlich größer ist, als die meisten Menschen in diesem Zeitraum essen würden
  • wenn es zu einem Kontrollverlust über das Essen kommt, z. B. zu dem Gefühl, dass man einfach nicht mehr aufhören kann zu essen und auch nicht mehr steuern kann, was und wie viel man zu sich nimmt

Eine Binge-Eating-Störung liegt vor, wenn:

  • die "Fressanfälle" mindestens zweimal pro Woche auftreten
  • deswegen ein deutliches Leiden besteht
  • auf die Fressanfälle keine Maßnahmen wie Erbrechen oder Abführmittelmissbrauch folgen, die einer Gewichtszunahme direkt gegensteuern.

Außerdem gehören folgende Symptome zur Binge-Eating-Störung:

  • wesentlich schneller essen als normal
  • Essen bis zu einem unangenehmen Völlegefühl oder Übelkeit
  • Essen großer Nahrungsmengen, obwohl man nicht hungrig ist
  • alleine essen, aus Verlegenheit über die Menge, die man isst
  • Ekelgefühle gegenüber sich selbst
  • Depressionen oder große Schuldgefühle wegen der Fressanfälle

Mögliche psychische Gründe für die Binge-Eating-Störung:

Viele adipöse Menschen berichten, dass sie mehr oder zuviel essen, wenn sie seelische Probleme haben, z. B. wenn sie Kummer haben oder einsam sind. Menschen mit emotionalen Schwierigkeiten sind manchmal unfähig, Hunger von anderen Zuständen des Unbehagens zu unterscheiden oder Hunger und Sattsein zu erkennen.

Häufigkeit der Binge Eating Störung:

Etwa 2 % der Bevölkerung leidet unter der Binge Eating Störung. Von adipösen Menschen (BMI > 30) sind etwa 4 – 9 % von der Binge Eating Störung betroffen. Bei Frauen ist das Auftreten einer Binge Eating Störung etwa 1,5-mal wahrscheinlicher als bei Männern.

Wie kann man eine Binge- Eating-Störung behandeln?

Die Behandlung der Binge-Eating-Störung hat zwei Behandlungsziele:

1. Normalisierung des Essverhaltens und des Gewichts
2. Behandlung der zugrunde liegenden psychischen Störung

Im Vordergrund der Therapie steht die Behandlung von Selbstwertdefiziten, zwischenmenschlichen Problemen und die Normalisierung des Essverhaltens.

Die sich meistens mit der Binge-Eating-Störung entwickelnde Adipositas birgt auch medizinische Risiken. Es kann zu Krankheiten wie Diabetes mellitus, Fettstoffwechsel-Störungen und Bluthochdruck kommen, auch ein erhöhtes Sterblichkeitsrisiko ist die Folge.

Die Bewegungstherapie ist ein unverzichtbarer Bestandteil der Behandlung um eine erzielte Gewichtsreduktion beizubehalten.

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